Indikationsgruppe III - Erkrankungen des Verdauungstraktes
- Funktionsstörungen des Magens und der Därme
- Chronische Erkrankungen des Magens und des Duodenums (auch im Stadium der Verschlechterung)
- Chronische und spezifische Darmerkrankungen
- Chronische Leber- , Bauchspeicheldrüse- und Gallenkrankheit
- Zustände nach den Operationen des Magens, Duodenums, Schlundes, der Galenblase, der Gallenwege und Därme
- Zustände nach der Dissolution der Steine und Lithotripsia
- Zustände nach der akuten Bauchspeicheldrüseentzündung
- Zustände nach der Gelbsucht
Indikationsgruppe IV - Erkrankungen aufgrund von Stoffwechselstörungen und Störungen der Drüsen mit innerer Sekretion
- Diabetes Mellitus (1. u. 2. Form)
- Übergewicht
- Gicht,
- Dyslipoproteinemie
Indikationsgruppe VII - Erkrankungen des Bewegungsapparates
- Vertebrogene – algiche Syndrome
- Degenerative und entzündliche Gelenkserkrankungen (Arthrosen, progressive Polyathritis)
- Osteoporose
Kontraindikation (Gegenanzeigen) der Kurbehandlung
- Zustände, die dringlichen chirurgischen Eingriff anfordern
- Chronische Erkrankungen im Stadium der verschärften Dekompensation
- Gelbsucht (alle Formen)
- Akute oder chronische Formen der Infektionskrankheiten im Stadium der Verschlechterung
- Tuberkulose (aktive Form)
- Zeichen des Kreislaufversagens
- Zustände nach der tiefen Trombophlebitis - bis 3 Monate (nach oberflächliche Form – bis 6 Wochen)
- Epilepsie
- Alkohol- und Drogensucht
- Bettnässen
Indikationen sind in Marienbad im Gegenteil zu anderen Kurstädten sehr vielfältig. Es ist hauptsächlich deswegen, weil die chemischen Zusammensetzungen der Quellen in Marienbad sehr verschieden sind. Hier werden folgende Krankheiten behandelt:
- Erkrankungen der Nieren und Harnwege
- Nervenerkrankungen, organische Nervenkrankheiten
- Krankheiten des Verdauungsapparates
- Stoffwechselstörungen und Störungen der Drüsen mit innerer Sekretion
- Nichtspezifische Erkrankungen der Atemwege
- Hautkrankheiten
- Erkrankungen des Bewegungsapparates
Trinkkur
Die Menge des ausgetrunkenen Mineralwassers wird nach der Diagnose und dem Stand des Patienten angeordnet. Am meisten ¾ Liter täglich, verteilt auf mehrere Teile. Man versucht bei den Patienten mit Blasenbeschwerden die Gewohnheit zu entwickeln mehr zu trinken, auch nach der Kur ist es als Präventionsfaktor bei diesen Erkrankungen sehr wichtig. Aus den natürlichen Sauerbrunnen, die in Marienbad und der Umgebung von Marienbad entspringen, trinkt man nur einen kleinen Teil oder man füllt es in Flaschen ab. Der größere Teil des Mineralwassers wird für Kohlensäurebäder genutzt.
Kohlensäurebäder
Die Behandlungen werden wegen der erheblichen Korrosion von Materialien in speziellen Wannen praktiziert. Die Temperatur des Wassers ist 32 – 36 Grad Celsius. Man benutzt hier die Eigenschaft des im Wasser enthaltenen Kohlendioxyds, sich schnell in die Haut zu absorbieren und die Hautadern zu erweitern, was zu einer Veränderung des Blutbildes und auch zu einer Senkung des peripheren Widerstands der Gefäße führt. Das Kohlensäurebad wird am meisten bei Patienten, die Beschwerden mit den Nieren, vegetativen Dystonien, Herz und Adernkrankheiten und anderen Krankheiten haben, verschrieben. Die Bäder haben Regenerationswirkungen auf den Organismus und stabilisieren den Kreislauf. Sie sind die Grundlage der Hydrotherapie in Marienbad.
Gasbäder
Für diese Bäder benutzt man das Kohlendioxyd aus der Marienquelle. Dieses sog. Mariengas besteht aus 99 % CO2, inerten Gasen und H2S. Bei den Gasbädern legt sich der Patient in das Quellgas. In dieser Form absorbiert sich das Gas durch die Haut, wobei es zu keiner Beeinflussung des Patienten durch den hydrostatischen Druck der mit Wasser voll gefüllten Wanne kommt.
Gasinjektionen
Die Gasinjektionen sind zur Behandlung einiger Hautprobleme geeignet. Die Benutzung der Gasinjektionen (besser gesagt subkutaner Injektionen) des Kohlendioxyds verbreitete sich in Marienbad nach dem 2. Weltkrieg.
Peloide
Gehören zu den klassischen natürlichen Heilmitteln. Es sind aufbereiteter Schlamm, Moor, Torf, die nach einer Erwärmung in der Form von Umschlag oder Kompresse benutzt werden. Ursprünglich wurde Moor bei der Marienquelle gewonnen.